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Requiem für einen blutroten Stern

Veröffentlicht am 25/01/2024

Wie weit würdest du gehen, was würdest du opfern, um bei denen zu sein, die du liebst?

 

Requiem für einen blutroten Stern

Buchinformationen

AuthorAnika Beer
VerlagDrachenmond Verlag
Erscheinungstermin2023-10-31
ISBN978-3-95991-617-2
Erschienen alsE-Book, Taschenbuch
Gelesen alsTaschenbuch
Bewertung

Klappentext

London, 1873. Cedric Edwards ist Konzertpianist, Klavierlehrer an der Royal Academy of Music – und sterbenskrank. Eine noch weitgehend unbekannte und unheilbare Krankheit droht sein Leben auf wenig verbleibende Jahre zu verkürzen. Doch nachdem ein Jahr zuvor bereits seine Frau verstarb, ist Cedric fest entschlossen, alles zu tun, damit seine Kinder nicht auch noch ihn verlieren. Als ihm seine Ärztin eine ungewöhnliche Therapie vorschlägt, die ihn nicht nur heilen, sondern sogar unsterblich machen soll, kann er daher nicht anders, als zuzustimmen – ohne zu ahnen, dass er sich damit mehr Blut und Dunkelheit ins Haus holt, als er sich je hätte ausmalen können …

Die Handlung kurz erklärt

 

Cedric Edwards ist Pianist und hat eine Krankheit, die ihm seinen Beruf kaputt macht, wenn man mal ganz davon absieht, dass sie ihm den Tod bringen wird. Nachdem er erst vor kurzem seine Frau verloren hat und neu heiraten “musste”, kann er es jedoch nicht verantworten, seine neue Ehefrau mit seinen zwei Töchtern allein zu lassen.

Als seine Ärztin ihm eine experimentelle Therapie vorschlägt, stimmt er sofort zu und selbst als sie ihm dann offenbart, dass er zum Vampir werden wird, zögert er nicht lange. Und so muss sich Cedric als junger Vampir zurechtfinden und bekommt da mehr schlecht als recht Unterstützung, vor allem wenn es um das beschaffen von Blut geht.

 

In Italien, auf der anderen Seite, folgen wir dem jungen Dorián. Er wurde aus seiner Familie in Ungarn rausgekauft und findet sich nun in einem Waisenhaus wieder, in dem die Kinder größtenteils selbstständig agieren. Wäre da nicht das Herrenhaus direkt nebenan, in das immer wieder Kinder eingeladen werden. Dorián findet hier nicht nur zwei sehr enge Freunde, sondern auch seine Liebe zur Musik. Doch sein neu gefundenes Glück währt nur kurz, als ihre Dreierkonstellation auseinander gerissen wird.

 

Meine Eindrücke

 

Einstieg & Handlung

 

Ich habe die Blutgabe-Trilogie sehr gemocht, da reden wir aber von SciFi-Vampiren und irgendwie war es ein kleiner Kulturschock, Cedric in einem historischen Setting zu sehen. Aber das hielt nur kurz, denn Cedrics eigener Charme hat schnell übernommen und ich hatte direkt sehr viel Spaß mit dem Buch.

Es braucht etwas, bis Vampire thematisiert werden und wir konzentrieren uns am Anfang vor allem auf Cedrics Umfeld. Das war auch in Ordnung, da ich wusste, was passieren wird, war es auch ein kleines entgegenfiebern. Zu diesem Moment, dieser Entscheidung. Das war auch ein kleiner Höhepunkt des Buchs, dafür wurde es danach sehr viel langsamer und träger um Cedric.

 

Auf der anderen Seite hätten wir Dorián, wo es noch länger dauert, bis wir hinter das Geheimnis dieses Waisenhauses kommen, auch wenn man sich alles natürlich eigentlich gut zusammenreimen kann. Doriáns Plotline verläuft gefühlt noch etwas langsamer und nimmt erst gegen Ende wirklich Fahrt auf.

 

Mir haben in beiden Fällen einfach etwas mehr Spannung und Tempo gefehlt, im Endeffekt war es für mich aber vollkommen okay. Ich kannte die Charaktere bereits vorher und weiß, wo sie enden, dementsprechend war es super spannend für mich zuzuschauen und zu rätseln, was wohl passieren wird, damit sie sich in diese Richtung entwickeln.

Ich glaube, dass das für neue Leser*innen vielleicht ein kleines Problem darstellen könnte, gerade wenn man ruhigere/charakterzentrierte Plots eher weniger mag. Die Handlung entrollt sich langsam und mit kaum Action. Dafür ist es für Blutgabe-Leser*innen super schön, die Vorgeschichte der Charaktere kennenzulernen.

 

Die Charaktere

 

Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass ich die Charaktere, die ich bereits kannte, sehr gemocht habe. Allen voran Cedric, der eine so gute und ehrliche Seele ist. Einfach schön

Gerade bei ihm fand ich die Beziehung mit seiner neuen Ehefrau, Ruth, sehr interessant. Die beiden starten auf unterkühltem Fuß und müssen sich erst annähern. Das fand ich schön dargestellt, vor allem weil es kein Jetzt auf Gleich ist, sondern sich nur langsam entwickelt. Auch das Cedric schlussendlich sehr reflektiert mit der Sache umgeht, war ein schöner Pluspunkt.

 

Dorián war nochmal eine andere Hausnummer. Ich fand es am Anfang schwierig, mich auf ihn einzulassen, weil ich ja wusste, was aus ihm wird. Aber seine Geschichte mit Dorothy und Bartosz war sehr, sehr schön und es hat mir ein bisschen das Herz gebrochen, als dann seine Welt aus den Fugen geraten ist. Aber bereits hier kann man seinen Werdegang erahnen und auch seine zukünftigen Fähigkeiten, was ich sehr schönes Foreshadowing fand.

 

Bei charakterzentrierten Büchern ist es umso wichtiger, dass die Charaktere die Geschichte tragen können und das war für mich in diesem Fall auf jeden Fall gegeben. Egal ob es sich um altbekannte Figuren oder neue handelte. Ich war sehr begeistert, wie die Charaktere hier bearbeitet wurden.

 

Fazit

 

Ich mochte “Requiem für einen blutroten Stern” sehr. Es war schön, Cedric und Dorián so früh auf ihrer Reise zu begleiten und herauszufinden, wie sie vorher waren und wie sie zu dem geworden sind, was sie in der Blutgabe-Trilogie sind.

Deswegen weiß ich aber auch nicht, wie es für Leser*innen ist, die besagte Trilogie nicht gelesen haben. Obwohl eigentlich das meiste gut erklärt wird, um neue Leser*innen abzuholen, kann ich mir vorstellen, dass es ohne weiteren Kontext vielleicht manchmal etwas schwierig verständlich ist.

 

Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, ist Cedrics und Doriáns Geschichte nicht zu Ende und ich hoffe sehr, dass der Drachenmond Verlag und Anika Beer an weiteren Teilen arbeiten.