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Die Abenteuer der Piratin Amina al-Sirafi

Veröffentlicht am 28/12/2023

Amina al-Sirafi ist ein Name, den man an der Küste des Indischen Ozeans und auf See einfach kennt. Die absurdesten Geschichten ranken sich um die mittlerweile zur Ruhe gesetzten Piratin. Ihr Ruhestand findet jedoch ein jähes Ende, als Ereignisse aus der Vergangenheit sie einholen.

Die Abenteuer der Piratin Amina al-Sirafi

Buchinformationen

AuthorShannon Chakraborty
Übersetzer:inKerstin Fricke
VerlagPanini
Erscheinungstermin2023-10-31
ISBN978-3833243967
Original TitelThe Adventures of Amina al-Sirafi
Erschienen alsE-Book, Taschenbuch
Gelesen alsTaschenbuch
Bewertung

Klappentext

Amina al-Sirafi könnte kaum zufriedener mit sich und ihrer Welt sein. Nach ihrer beeindruckenden Karriere als berüchtigtste Piratin des Indischen Ozeans, in deren Verlauf sie hinterhältige Schurken, rachsüchtige Handelsherren, mehrere Ehemänner und einen echten Dämon überlebt hat, steuert sie nun auf ruhigeres Fahrwasser zu. Abseits von Blut und Tod. Und vor allem abseits des Übernatürlichen. Doch dann erhält sie ein Angebot, das kein echter Freibeuter guten Gewissens ablehnen kann: Für eine fürstliche Belohnung soll Amina die entführte Tochter eines Kameraden zurückbringen. Die Aussicht auf ein letztes Abenteuer mit ihrer Crew und auf mehr Reichtum, als sie sich je hätte träumen lassen, lässt sie noch einmal den Anker lichten. Doch schon bald muss sich Amina fragen, ob dieses letzte Abenteuer seinen Preis wert ist. Vor allem, wenn dieser Preis ihre eigene Seele sein könnte.

Die Handlung kurz erklärt

 

Vor zehn Jahren hat sich Amina zur Ruhe gesetzt, um bei ihrer Familie zu sein. Schluss ist es mit Abenteuern und Schmugglergeschichten auf See. Zumindest, bis sie von einer Sayyida aufgesucht wird und Aminas Ruf sie einholt.

Die Enkelin der Sayyida wurde nämlich entführt und weil Amina das allein nicht überzeugen kann, wieder in See zu stechen, handelt es sich bei der Enkelin auch noch um die Tochter von einem ehemaligen Mannschaftsmitglied Aminas, an dessen Tod sie sich selbst die Schuld gibt. Und als das auch noch nicht reicht, wird ihr ein Vermögen an Geld angeboten und spätestens da kann man nicht mehr Nein sagen.

Also macht sich Amina auf den Weg und sammelt ihre vier engsten Freunde wieder ein, aus dem ruhigen “mal umhören” wird schnell ein Abenteuer, dessen Ziel nicht nur ist, die Enkelin zurückzuholen, sondern auch noch die Welt zu retten.

 

Meine Eindrücke

Einstieg & Stil

 

Wir beginnen das Buch mit einem etwas in die Länge gezogenen Vorwort, wo breit und lang erklärt wird, dass es sich hier um eine Nacherzählung von Amina, niedergeschrieben von Jamal, handelt. Ich fand diesen Teil ziemlich anstrengend und hätte da rückblickend einfach skippen sollen, weil es keinen wirklichen Mehrwert für die Handlung geliefert hat.

Danach war ich dem Buch schonmal ziemlich skeptisch gegenüber und der eigentliche Anfang des Buchs hat da auch nicht geholfen, weil es eher schleppend beginnt und einfach sehr viel angedeutet wird, worauf man sich noch keinen Reim machen konnte. Aber das bessert sich sehr schnell.

 

Ich befürchte von Nacherzählungen – warum auch immer – immer das Schlimmste. Zu meiner Freude hat es sich aber nur in einem geringen Maß auf den Stil ausgewirkt. Wir bleiben in der Ich-Perspektive von Amina und sind mitten im Geschehen, hin und wieder gibt es Aussagen, die klar machen, dass es eine Nacherzählung ist. Manchmal gibt es auch kleinere Dialoge zwischen Amina und Jamal, aber ansonsten merkt man wirklich nichts von der Erzählform. Alles in allem war ich mit der Umsetzung dann doch sehr zufrieden.

 

Handlung & Charaktere

 

Auch wenn ich Anfangsschwierigkeiten mit dem Buch hatte, hat es dann doch relativ schnell einen Sog entwickelt und mich auf die Seiten gebannt. Die Handlung hat sich schön entfaltet und es steckte mehr dahinter, als man am Anfang vielleicht geglaubt hat. Was aus der “Enkelin wurde entführt” Sache gemacht wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Der Spannungsbogen war auch gut gestaltet und wie es auch sein soll, hat das Tempo je näher wir dem Ende gekommen sind, zugenommen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht Amina aus dem Ruhestand in ein neues Abenteuer zu folgen, vor allem mit der Aussicht, dass es sich hier um eine neue Reihe handelt und wir hoffentlich mehr Abenteuer erleben werden.

 

Was ich besonders schön fand, waren tatsächlich die Charaktere. Ich fand es toll, dass wir es hier zum Großteil mit älteren Figuren zu tun haben und dass Amina und ihr engster Kreis keine Jugendlichen oder Leute in ihren Zwanzigern sind, die noch übermütig sind. Zwar bringt sich diese Truppe zwar auch gerne in Gefahr, aber immer in dem Wissen, dass es gefährlich ist und körperliche Leiden machen, ist auch alles nicht mehr so einfach wie früher. Das ist willkommene Abwechslung zur Fantasy-Lektüre, die ich sonst so lese.

Die Wiedervereinigung der Charaktere war auch sehr schön, auch wenn wir selbst ihnen zum ersten Mal begegnen, kam das Gefühl, alte Freunde wieder zu treffen, sehr gut rüber.

Mir haben alle Figuren sehr gut gefallen, sie waren schön dargestellt und besitzen auch eine gewisse Dreidimensionalität, die man sich wünscht.

 

Fazit

 

Mit Anfangsschwierigkeiten hat mir “Die Abenteuer der Piratin Amina al-Sirafi” sehr gut gefallen und ich hatte Spaß an der Geschichte. Anders als es der Titel vielleicht vermuten lässt, folgen wir hier nur einem Abenteuer von Amina, aber das ist auch vollkommen ausreichend.

Ein Bonus erwartet Fans der Daevabad-Trilogie der Autorin, denn wir befinden uns in der gleichen Welt und begegnen sogar einem bekannten Charakter. Das war auf jeden Fall eines meiner Highlights im Buch, dicht gefolgt von dem trans Charakter, der zu sich selbst gefunden hat.