HOME > rezensionen > das verborgene zimmer von thornhill hall

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Veröffentlicht am 02/11/2023

Seine entfremdete Mutter und ihre neue Familie wieder treffen, sich verlieben und eine Treppe heruntergestoßen werden. Den Sommer hat sich Colin eigentlich anders vorgestellt.

 

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Buchinformationen

AuthorChristian Handel
VerlagUeberreuter
Erscheinungstermin2022-10-11
ISBN978-3764171223
Erschienen alsE-Book, Hardcover, Hörbuch
Gelesen alsE-Book
Bewertung

Klappentext

Obwohl sie ihn als Kind bei seinem Vater zurückgelassen hat, muss der 16-jährige Colin diesen Sommer mit seiner Mutter und ihrer neuen Familie in ihrem abgelegenen, alten Herrenhaus verbringen. Kaum in Thornhill Hall angekommen, scheint ihm jemand Böses zu wollen und stößt ihn kurzerhand die Treppe hinab. Als Geist wiedererwacht, muss Colin nun mit Hilfe anderer Geister und dem ebenso arrogant wie interessant wirkenden Theodore das verborgene Zimmer finden - Colins einziger Weg zurück in sein altes Leben …

Die Handlung kurz erklärt

 

Vor Jahren hat Colins Mutter ihn und seinen Vater verlassen, um eine erfolgreiche Schauspielkarriere zu beginnen. Seitdem hat sie sich nie bei ihm gemeldet und schon gar nicht besucht. Doch auf einmal lädt sie Colin ein, den Sommer mit ihr und ihrer neuen Familie auf Thornhill Hall zu verbringen.

Colin will eigentlich nicht, aber sein Vater drängt ihn dazu. Was folgt sind Situationen, in denen keiner so wirklich weiß, wie er sich verhalten soll.

Da hilft auch Teddy nicht, der zwar großartig aussieht und der einzige gleichaltrige Junge in der Nähe ist, aber er und Colin eher weniger gut zurechtkommen.

Und dann wird Colin auch noch die Treppe heruntergestoßen und findet sich als Geist in einem neuen Leben wider. Aber das soll bloß nicht so bleiben, denn zwischen einem Seelenfresser und einer 3 tägigen Frist kann Colin in sein altes Leben zurück, wenn er das verlorene Zimmer in Thornhill Hall findet. Das Zimmer, das nicht existiert.

 

Meine Eindrücke

 

Einstieg & Handlung

 

Die Handlung setzt ein, als Colin gerade auf Thornhill Hall ankommt. Wir lernen Familie und Bedienstete kennen und haben neben der ersten unangenehmen Situation mit Teddy auch die ersten Berührungspunkte mit dem Übernatürlichen.

 

Danach kümmert sich das Buch sehr um die Charaktere und vor allem um die Beziehung von Colin und seiner Mutter. Es braucht fast 100 Seiten, bis Colin schließlich stirbt und der Geisterplot anfängt.

Und ich muss hier ehrlich sagen, das ist mir einfach zu spät passiert. Es steht bereits im Klappentext, dass Colin sterben wird und klar, das ist ein Alleinstellungsmerkmal für das Buch, das muss man einfach erwähnen. Trotzdem wartet man dann ⅓ des Buchs, bis dieses Ereignis eintritt und die echte Handlung beginnt.

 

Klar, die ersten Seiten sind halt Einführung in die Charaktere und den Handlungsort und gerade die Beziehungen zwischen Colin und seiner Mutter sowie Colin und Teddy werden später wichtig, aber ich glaube, dass man das auf weniger Seiten unterbringen hätte können. Ich habe das Buch vor allem wegen dem Krimiplot und den Geistern gelesen und dementsprechend hat es einfach keinen Spaß gemacht, so lange zu brauchen bis dieser Teil der Handlung endlich beginnt.

 

Und selbst als dieser Plot dann angefangen hat, kann sich das Buch nicht so richtig entscheiden, was es will. Suchen wir nach dem verborgenen Zimmer oder nach Colins Mörder? Auf was fokussieren wir uns? Was ist wichtiger? So ganz kann sich das Buch auch nicht entscheiden. Und dann soll auch noch ein Seelenfresser im Haus lauern und die Leute bedrohen. Man nimmt natürlich an, dass der Seelenfresser da ist, um etwas Aktion und Bedrohung in die Handlung zu bringen, aber Colin spaziert zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Gegend, ohne in diesen Seelenfresser reinzulaufen. Die Bedrohung, die dadurch von ihm ausgeht, ist mehr als nur minimal und wäre nicht hin und wieder eingestreut worden, dass es ihn auch noch gibt, hätte ich ihn komplett vergessen.

 

Die Charaktere

 

Ja, die Charaktere sind ganz nett. Ich weiß nicht so recht, was ich zu ihnen sagen soll, weil ich zu keinem wirklich eine Beziehung aufbauen konnte. Es wurden viele Türen geöffnet und dann einfach vergessen. Es gibt so viele unerzählte Dinge, die einfach nie aufgelöst wurden oder durch die es Konsequenzen gab.

Allgemein kommt mir der Cast einfach zu groß vor? Einfach weil so viel angeschnitten wurde, ohne das da wirklich viel draus wurde.

 

Klar die Liebesgeschichte zwischen Colin und Teddy ist ganz süß, aber sie bestärkt mich auch in dem Gefühl, dass das Buch nicht so recht wusste, worauf es seinen Fokus legen soll. Liebesgeschichte? Zimmer suchen? Mörder entlarven? Oder die Nebenplots, die hin und wieder aufkommen?

 

Fazit

 

Ich habe von “Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall” einen Krimi/Mystery Plot mit Geistern erwartet und wurde enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es einfach eine falsche Erwartungshaltung ist, was dieses Buch ist oder ob das Buch selbst nicht weiß, was es sein möchte.

Am ehesten ist es noch eine Coming of Age Liebesgeschichte in einem Herrenhaus mit Geistern. Und wer sowas lesen möchte und genau das erwartet, der wird wahrscheinlich auch nicht enttäuscht werden.

 

Mein Highlight des Buchs war auf jeden Fall, als Colin über eine Enthüllung schockiert war, von der er 3 Kapitel vorher schon erfahren hat.