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Die Neraval-Sage

Das gefälschte Herz

Veröffentlicht am 15/07/2022

Weiter geht die Reise mit einem Haufen unsympathischer Helden, die Opfer von doppelten Böden werden.

Das gefälschte Herz

Buchinformationen

AuthorMaja Ilisch
Bandnummer2
VerlagKlett-Cotta
Erscheinungstermin2020-03-07
ISBN978-3608982398
Original TitelDas gefälschte Herz
Erschienen alsE-Book, Hardcover
Gelesen alsE-Book
Bewertung

Klappentext

Gestrandet im Nebelreich, scheint die Lage für Prinz Tymur aussichtslos. Nun da die Zauberin Ililiané tot ist, gibt es niemanden mehr, der die Rückkehr des Dämonenfürsten verhindern kann. Von Misstrauen zerrüttet machen sich die Gefährten auf eine Wanderung ohne Aussicht auf Wiederkehr. Schon als Kind war Prinz Tymur fasziniert von den Heldengeschichten um seinen Ahn Damar, der vor tausend Jahren das Land von den Dämonen befreite, dabei aber seine fünf Weggefährten tötete. Doch Tymurs Versuche, dem bewunderten Vorfahren nachzueifern, münden in eine Katastrophe. Fern der Heimat, ohne Aussicht auf Rückkehr, versucht er, die Kontrolle zu behalten – über seine Freunde, vor allem aber über sich selbst. Und während Tymurs Verhalten immer unberechenbarer wird, drohen Bündnisse und Freundschaften zu zerbrechen. Auf der Flucht strandet die Gruppe in einem geheimnisvollen Tal, das den Schlüssel zur Macht der Dämonen verspricht. Aber die wahren Antworten liegen in der Vergangenheit, und selbst der größte aller Helden ist am Ende nicht das, was er scheint …

Persönliche Meinung:

Vorab: Ich möchte diese Rezension so kurz wie möglich halten, denn vieles, was ich schon bei Band 1 geschrieben habe, trifft auch auf Band 2 zu.

Die Charaktere

Die Charaktere sind wieder einmal wirklich, wirklich toll in Szene gesetzt. Diesmal hangeln sie sich nicht am Plot entlang sondern sind quasi der Plot. Sie sitzen ohne Plan in einer fremden Welt fest und haben keine andere Wahl als miteinander zu interagieren. Und aufeinander los zu gehen. Und Blödsinn anzustellen. Ein bisschen versumpft wird auch.

Und...Tymur halt.

Tymur als Perspektiventräger einzuführen war wirklich eine sehr gute Entscheidung. Aber dann auch irgendwie wieder nicht. Der Leser weiß jetzt endlich woran er ist, was los ist mit diesem verdammten Prinzen und welche Motivationen seinen Handlungen zugrunde liegen. Gut, zugegeben, überraschend waren diese Einblicke nicht alle, aber ein paar Details waren dann doch...umwerfend.

Natürlich entschwindet dabei etwas wichtiges für den Leser: Was zum Teufel eigentlich mit Tymur los ist. Denn jetzt weiß man es und fragt sich das nicht in jedem einzelnen Kapitel. Erlösend, aber es fehlt auch irgendwie etwas.

Die Handlung

Dieses Buch ist natürlich nicht weniger spannend als der erste, nur weil hier der rote Faden fehlt. In diesem Band wird es umso deutlicher, dass jeder seine eigenen Ziele verfolgt und teilweise sein eigenes Süppchen kocht. Trotzdem ist der Zusammenhalt wirklich toll geschrieben und schön zu lesen. Süß fand ich die Kombination aus Kevron und Lorcan ja schon.

Enidin war in diesem Buch auch etwas erträglicher. Sympathiepunkte bekommt sie von mir nicht, aber “endlich” wurde sie aus ihrer Blase geschmissen. Aber Enidin ist nur halb so schlimm wie ein nüchterner Kev.

Ihr Handlungsstrang ist wirklich gelungen und trotz der Perspektiventrägerin war es wirklich toll zu lesen.

Enthüllungen und Twists gibt es hier ein paar große. Und wenn man glaubt, man hat endlich des Rätsels Lösung gefunden lacht Autor*in sich wahrscheinlich ins Fäustchen, weil man komplett auf dem Holzweg ist.

Ich mochte es wirklich sehr an der Nase herum geführt zu werden.

Fazit:

Es heißt immer, der mittlere Band einer Trilogie sei der Schwächste. Davon hat Maja Ilisch aber wohl nichts gewusst, denn meiner Meinung nach toppt “Das gefälschte Herz” seinen Vorgänger nochmal um längen. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ich kann es kaum erwarten meine Nase in Band 3 zu stecken.