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Belladonna: Die Berührung des Todes

Veröffentlicht am 10/03/2024

Wohin Signa auch geht, der Tod folgt ihr auf dem Fuß. Doch auf Thorn Grove soll alles anders werden – nicht nur wird Signa dort endlich debütieren und in die Gesellschaft eingeführt werden, sie will verhindern, dass es weitere Tode gibt.

Belladonna: Die Berührung des Todes

Buchinformationen

AuthorAdalyn Grace
Übersetzer:inPetra Knese
Bandnummer1
VerlagarsEdition
Erscheinungstermin2024-01-05
ISBN978-3845856919
Original TitelBelladonna
Erschienen alsE-Book, Taschenbuch, Hörbuch
Gelesen alsTaschenbuch
Bewertung

Klappentext

Signa ist vom Tod berührt. Seit ihre Eltern gestorben sind, glauben ihre Verwandten, dass sie verflucht ist. Bis Signa eines Tages von ihrem Cousin in das wunderschöne Herrenhaus Thorn Grove eingeladen wird. Die rauschenden Bälle und eleganten Gäste faszinieren Signa, doch der Glanz verbirgt ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet und der Täter steht der Familie näher als vermutet. Als der Tod dann höchstpersönlich erscheint, um Signa bei dem Rätsel zu helfen, weckt er in ihr verbotene Gefühle, die sie in einen dunklen Abgrund reißen könnten ...

Die Handlung kurz erklärt

 

Bereits als Baby wurde Signa zur Waise, sie bleibt als Erbin eines Anwesens und mit jede Menge Geld zurück. Dieses Erbe kann sie jedoch erst mit ihrer Volljährigkeit antreten und so wird sie von Vormund zu Vormund gereicht, denn alle sterben schneller, als man denkt. Signa selbst jedoch kann nicht sterben, egal wie sehr sie es versucht. Der Tod kann sie nicht mitnehmen – aber dafür scheint Signa sich seine Kräfte borgen zu können.

Als sie schließlich nach Thorn Grove zur Familie der Hawthornes kommt, entscheidet Signa, dass jetzt alles anders wird. Die Hawthornes haben mit Lilian erst jemanden verloren und Blythe scheint ihr auf dem Fuß zu folgen, während der Hausherr sich in seiner Trauer verliert und seinen Sohn Percy alleine lässt. Für Signa ist klar, dass sie Blythe retten wird. Erst recht, nachdem sie herausfindet, dass Gift die Ursache allen Unglücks ist.

Also macht sich Signa zusammen mit dem Stallknecht Sylas auf, das Rätsel zu lösen und den Mörder zu enthüllen. Dabei braucht Signa jedoch auch den Tod und seine Fähigkeiten und verfällt dabei auch noch nebenbei dessen Charme.

 

Meine Eindrücke

 

Einstieg & Romance

 

Ich hatte keine hohen Erwartungen an “Belladonna”. Gothic Mystery in einem Herrenhaus klang spannend, aber da das Buch mehr als Romance als sonst was beworben und besprochen wird, ist das eigentlich das Zeichen für mich, die Finger davon zu lassen.

Trotzdem habe ich mich drauf eingelassen – oder es versucht – aber in dem Wissen, dass es mir wahrscheinlich nicht gefallen wird. Da habe ich auch leider Recht behalten.

 

Die Romance ist sicher solide, aber ich kann dem immensen Altersunterschied einfach nichts abgewinnen. Teilweise fand ich es tatsächlich schon sehr bedenklich, weil der Tod eigentlich immer der ist, der Signa alles beibringt und ihr erklärt, wies läuft. Gerade auch am Ende merkt man, wie unreif Signa im Vergleich wirkt und ist. Da fand ich Signa/Sylas als Paar tatsächlich angenehmer, weil man hier zumindest den Eindruck hatte, dass die beiden irgendwie ebenbürtig sind.

Aber weil zwei potenzielle Love Interest nicht genug sind, wirft man dann noch einen Lord Wakefield in den Ring. Wenigstens wurden hier die Interaktionen nicht von 0 auf 100 sexuell aufgeladen, aber wie schnell sich Signa auf einmal auf ihn einschießt, fand ich auch nicht wirklich nachvollziehbar.

 

Das Nebenplot-Mystery

 

So, genug von der Liebe, da wusste ich eh schon von Anfang an, dass das nix mit uns wird. Wie siehts mit dem Rest aus?

Leider auch nicht besser. Die Liebesgeschichte steht im Vordergrund und das ganze Mystery ist halt auch nicht mehr wie ein Nebenschauplatz. Hin und wieder passiert da was, aber der Fokus liegt eindeutig woanders. Mich konnte es nicht überzeugen, vor allem weil es einfach … zu einfach war. Der Fall war nicht sonderlich komplex oder verworren, sondern ziemlich straight forward. Was okay ist, weil es nicht die eigentliche Hauptstory ist, aber eben enttäuschend, wenn man das Buch eigentlich nur deswegen liest.

 

Die Charaktere & Das Ding mit der Logik

 

Die Charaktere fand ich dafür eigentlich eher positiv. Ich mochte die Dynamik von Signa, Percy und Blythe. Ich fand die Hintergrundgeschichte der Hawthornes ganz interessant, auch wenn sie nichts besonderes ist. Gerade am Anfang gab es Szenen mit einer Situationskomik und allgemein hab ich mich in ca der ersten Hälfte des Buchs gut unterhalten gefühlt. Das war jedoch, bevor der Fokus so stark auf die Liebesgeschichte und Signas … Entwicklung gewechselt ist.

 

Signas charakterliche Entwicklung war wie so einiges im Buch für mich einfach nicht wirklich glaubhaft, zu schnell oder nicht zu Ende gedacht. Signa will nichts anderes als Benehmen lernen und in die Gesellschaft integriert werden und dann auf einmal so “Nö, doch nicht”?

Ganze Szenen scheinen mir nicht zu Ende gedacht und man hat auch nicht viel darüber nachgedacht, was es braucht, damit X in der Szene passieren kann. So zaubert Signa auf einmal Belladonna Beeren hervor, irgendwann wird noch erwähnt, dass sie die ja damals im Garten gesammelt hat, wo ich mir relativ sicher bin, dass das nicht gezeigt wurde. Der Stapel Papier mit den Daten der Hausangestellten? Wird nie wieder erwähnt, ja Signa schaut sie sich anscheinend nicht mal wirklich an.

Und gefunden werden weder Stapel noch Beeren jemals in ihrem Zimmer.

Soweit wir wissen hat man das Feuer im Showdown einfach Feuer sein lassen.

Und dann hätten wir noch Motiv und Motivation der*die Täter*in … den auch das wirkt nicht zu Ende gedacht. Warum hat man diesen Plan fortgesetzt, wenn man doch gemerkt hat, es funktioniert nicht? Es hat für mich einfach keinen Sinn gemacht.

Nebenbei werden wichtige Fragen gestellt, die dann einfach fallen gelassen werden. Warum die Ärzte niemals auf die Idee gekommen sind, dass Gift im Spiel ist? Wird nie wieder erwähnt. Man lässt das Signa/Sylas Thema auch einfach fallen, wenn man nicht gerade mal wieder irgendwas für zwischendurch braucht. Signa hat ständig neue Erkenntnisse, aber redet mit Sylas nicht darüber. Allgemein wurde Sylas ab einem gewissen Punkt einfach ignoriert, kommt mir vor.

 

Und dann gibt es da noch Signas Verhalten. Ich finde es schon komisch, dass sie sich in Dialogen einfach ausklinkt und in ihren Gedanken versinkt, Fragen nicht beantwortet und böse in eine Ecke starrt. Als Signa auf Thorn Grove begrüßt wird, stellen ihr drei Leute Fragen und Signa sagt einfach nichts und geht dann weiter.

Es war auch sehr befremdlich, wie Signa einfach mitten im Gespräch aufsteht und anfängt, Blythes Schokolade zu essen. Tut mir Leid, aber wtf? Was ist das für ein Verhalten? Und es wird von den anderen Figuren in der Szene einfach ignoriert.

Aber ja, Signa ist ja so einfühlsam und weiß, wie sie mit Trauernden umgehen muss … nachdem sie Blythe so vor den Kopf gestoßen hat, dass die dabei fast gestorben ist.

 

Fazit

 

Ich hatte, wie gesagt, keine allzu großen Erwartungen an Belladonna. Zeitweise hatte ich meinen Spaß aber gegen Ende wird umso deutlicher, dass einige Aspekte des Buchs einfach nicht zu Ende gedacht waren. Es bleiben Fragen offen, Erklärungen machen teilweise nicht so wirklich Sinn und allgemein ist die Auflösung alles andere als befriedigend.

Als Romance funktioniert das Buch wahrscheinlich ganz gut und der Tod als Love Interest ist zumindest in der Theorie ganz spannend. Ich konnte dem ganzen nicht wirklich etwas abgewinnen.